Energy-Drinks oder lieber Kaffee mit viel Zucker

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Ich frage mich gerade, ob es in einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten so etwas wie eine Energy-Drinks-Kultur geben wird, die vergleichbar mit der Kaffeekultur ist. Obwohl einzelne Energy-Drinks wie Red Bull durchaus einen Kultstatus aufbauen konnten, hat Kaffee doch einen ganz anderen Stellenwert in unserer Gesellschaft.

Aber Kaffee hat einen großen Vorsprung, die Energy-Drinks gibt es ja noch nicht so lange. Vielleicht ändern sich allgemeine Wahrnehmung und Wertschätzung noch. Zu Energy-Drinks greifen viele Menschen zwecks Leistungssteigerung. Dieser Aspekt spielt beim Kaffee zwar ebenfalls eine wichtige Rolle, doch ist da noch eine ganze Menge mehr.

Bevor ich Kaffee für mich entdeckt habe, hatte ich gerne zu Energy-Drinks gegriffen. „Trink lieber einen starken Kaffee. Der wirkt genauso gut und schmeckt nicht so chemisch. Und viel billiger als diese Energiedrinks ist Kaffee auch noch. Was zahlst Du für eine Dose?!“ Ungefähr so lauteten damals Kommentare einiger meiner Mitmenschen, die keine Energy-Drinks mochten. Ihre Ablehnung beruhte, möchte ich sagen, weniger auf ausgiebigem Probieren als auf Vorurteilen. Das war ungefähr so wie heute einige Leute Kaffee von Starbucks ablehnen, weil es sich um eine mächtig große Kaffeekette aus den USA handelt.

Da ich neulich im Supermarkt mal wieder zu einem Energy-Drink griff und ich feststellte, dass mir die Sorte nach einigen Jahren Verzicht immer noch schmeckte, hat ein Pressetext des Magazins Men’s Health meine Aufmerksamkeit gefunden. Darin warnt ein Experte indes vor unerforschten Substanzen:

„Energy-Drinks sollen die Leistungsfähigkeit enorm steigern – doch nach den Erkenntnissen von Experten ist ein Becher Kaffee mit viel Zucker mindestens genauso wirkungsvoll. Professor Aloys Berg, Leiter des Bereichs Sporternährung an der Universität Freiburg, betont im Männer-Lifestylemagazin „Men’s Health“ (Ausgabe 8/2009, EVT 15.07.2009), dass der Effekt der Energy-Drinks vor allem auf die Kombination von Zucker und Koffein zurückzuführen sei. Die vielen anderen Substanzen der, in der Regel teuren, Süß-Getränke beurteilt der Fachmann mit deutlicher Skepsis.

So seien insbesondere die Nebenwirkungen von Taurin, das in den meisten Energy-Drinks enthalten ist, bislang wissenschaftlich nicht ausreichend untersucht, erklärt Berg. Tierversuche haben nach seinen Angaben gezeigt, dass Taurin zahlreiche Nebenwirkungen wie z.B. Atmungsstörungen hervorrufen kann. Vorsicht ist auch bei dem Energydrink-Bestandteil Inosit angebracht. Das Stoffwechselprodukt kommt in nahezu allen tierischen und menschlichen Zellen vor – doch die möglichen Gefahren einer Überdosierung sind vollkommen unklar. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) empfiehlt, nicht mehr als 100 Milligramm Inosit pro Tag aufzunehmen. Darum müssen unbedingt die Mengenangaben auf den Energy-Dosen beachtet werden.

Mit einer deutlichen Warnung belegt Berg darüber hinaus den Wirkstoff Glucuronolacton, der nach Angaben der Hersteller von Energy-Drinks bei der Entgiftung des Körpers helfen und zudem Ermüdungserscheinungen verzögern soll. Wissenschaftlich bewiesen ist das nicht. Bislang weiß darum auch noch niemand, wie sicher die Substanz bei häufigem Genuss ist. Klar ist nur eines: Karies-Bakterien würden Energy-Drinks kaufen, denn die Zahnkiller profitieren – neben den Herstellern – am meisten von dem Inhalt der knallbunten Dosen.“

Das klingt ja sehr negativ. Ich wollte allerdings sowieso beim regelmäßigen Kaffeekonsum bleiben, mir nach der positiven geschmacklichen Erfahrung mit mit Energy-Drinks von neulich jedoch schon ab und an mal wieder einen kaufen. Auf die Kalorien von Energy-Drinks wird gar nicht deutlich hingewiesen, das wundert mich schon. Allerdings können Kalorien aus dem Kaffeebecher ja ebenfalls ein Thema sein, dass man im Blick behalten sollte. Weiß eigentlich jemand, wie viel Energy-Drinks in Deutschland getrunken werden? Wie viel Kaffee die Deutschen trinken, ist ja bekannt.

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