Genuss bedeutet in Deutschland vor allem Essen & Trinken

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Genießen lässt sich vieles, aber tatsächlich stehen in Deutschland vor allem Essen und Trinken für Genusserfahrungen. Was mit Essen und Trinken nichts zu tun hat, folgt beim Genießen erst mit sehr weitem Abstand, hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e. V. ergeben. Dieser Bereich wird allerdings sehr weit gefasst. Der Kaffeegenuss etwa wird dem Essen und Trinken zugeordnet.

Das wird allerdings nicht als Erfolg der eigenen Bemühungen bewertet, was man ja annehmen könnte. „Unser Spektrum an Genuss-Erfahrungen ist viel zu gering“, heißt es nämlich seitens des Verbands. Es gibt noch mehr als Essen und Trinken im Leben, was man genießen sollte.

In einer Pressemitteilung von Mitte dieser Woche schreibt der Verband:

>>Was ist für die Bundesbürger ein Genuss? Eine aktuelle repräsentative Umfrage des Arbeitskreises Ernährung des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e. V. (BDSI) hat dies herausgefunden: Für Männer und Frauen stehen Genüsse, die mit Essen und Trinken verbunden sind, ganz weit oben. Weitere Nennungen folgen erst mit großem Abstand. Es zeigt sich, dass das Genuss-Spektrum der Deutschen sehr eingeschränkt ist. Genussfähigkeit sollte sich aber nach Ansicht von Psychologen auf alle Lebensbereiche beziehen. Denn: Genießen steigert das Wohlbefinden und ist gut für die Gesundheit.

Genussversprechen begegnen uns tagtäglich und überall. Interessant ist, was denn eigentlich die Adressaten sagen, was für sie Genuss ist. Diese Frage stellte TNS Emnid im Auftrag des BDSI telefonisch 1.003 Männern und Frauen über 14 Jahren in Deutschland. Das Ergebnis: 68 Prozent der Antworten haben mit Essen und Trinken zu tun, sowohl im Allgemeinen als auch bezogen auf spezielle Lebensmittel wie Süßigkeiten, Kaffee oder Wein.

An zweiter Stelle – mit beträchtlichem Abstand – folgt die Freizeit mit 14 Prozent der Antworten. Alle weiteren Angaben wie beispielsweise Urlaub, Freunde treffen, Ruhe, Entspannen, Partnerschaft, Familie, Natur und Gesundheit erreichten nur neun Prozent und weniger.

Dr. Rainer Lutz, Psychologe und Genussforscher an der Philipps-Universität Marburg, hat eine mögliche Erklärung für die Dominanz des „leiblichen Wohls“ als Genussfaktor: „Jeder von uns beschäftigt sich tagtäglich mit Essen und Trinken – mindestens drei Mal täglich. Und durch die Auswahl von schönen Lebensmitteln oder eine ansprechende Dekoration des Esstisches können einfach und schnell kleine Genussmomente geschaffen werden. Genießen wird jedoch fälschlicherweise oft mit Konsumieren verwechselt.“

Genießen ist laut Lutz ein Lebensprinzip: Wer sich das Genießen erlaubt, nimmt sich Zeit für sich, lässt das Schöne in seinem Leben zu, lebt bewusster und sorgt sich um sich selbst und seine Bedürfnisse. Und das in allen Lebensbereichen: im Kulturellen und Sozialen, bei Bewegung und Entspannung, bei Essen und Trinken. Der Genießer gestaltet seine Umgebung so, wie sie gut für ihn ist. Er wählt gezielt Genussobjekte aus, geht sowohl sinnlich als auch sinnvoll mit ihnen um – er weiß, wann es genug ist. Dabei ist es wichtig, aus einem großen Genuss-Erfahrungsspektrum schöpfen zu können. „Wer sich Genuss erlaubt und seine Genussfähigkeit trainiert, tut etwas für seine Gesundheit“, so das Fazit von Lutz.<<

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