20 Jahre Internetcafés

Werbung

Das Internet zu nutzen während man einen guten Becher Kaffee genießt, wird in Zukunft bestimmt nicht aus der Mode kommen. Aber wird es in Zukunft noch Internetcafés geben?

Diese Woche hat der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (BITKOM) darauf aufmerksam gemacht, dass die Internetcafés in diesen Tagen 20 Jahre alt werden. Nicht nur mit Blick auf die „kleinen“ Tragbaren Endgeräte wie Smartphones und Media-Tablets, sondern auch mit Blick auf Notebooks und Netbooks frage ich mich, wie lange es noch Internetcafés geben wird.

Mobiles Internet auf eigenen Endgeräten wird bald fast so normal sein wie der Besitz eines Handys. Sie in jedem Café nutzen zu können, ist ein großer Fortschritt, auf spezielle Internetcafés ist man nicht mehr angewiesen, um unterwegs online zu gehen. Hinzu kommen Sicherheitsbedenken, wobei man nicht davon ausgehen kann, das eigene Gerät immer sicher nutzen zu können.

Über das Jubiläum der Internetcafés schreibt der BITKOM in einer Pressemitteilung:

>>Das Internetcafé wird in diesen Tagen 20 Jahre alt. Die ersten Cafés mit öffentlichem Internetzugang gingen im Juli 1991 in der Bay Area von San Francisco an den Start. Damals stellte der Amerikaner Wayne Gregori 25 PCs in unterschiedlichen Cafés der Gegend auf. Wer sie nutzen wollte, musste die Rechner mit Geldmünzen füttern, wie bei einem Spielautomaten. Viele Besucher kamen so zum ersten Mal in Kontakt mit Computern und dem Internet. „Internetcafés waren für viele Menschen der einzige Zugang zum Internet und haben zu dessen Verbreitung und Popularität maßgeblich beigetragen“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf anlässlich des Jubiläums. Das erste Internetcafé in Deutschland entstand 1994 in Duisburg. Heute sind Internetcafés in fast allen Ländern der Welt verbreitet. Gerade in weniger entwickelten Regionen stellen sie für die breite Bevölkerung weiterhin den einzigen Weg ins Internet dar.

Die Rechner der ersten Internetcafés hatten Zugriff auf ein sogenanntes Bulletin Board System (BBS), das SFnet genannt wurde. Dabei handelt es sich um eine Technik aus der Zeit vor dem World Wide Web. Sie wurde zur Kommunikation und zum Austausch von Daten genutzt. Wayne Gregori, ein ehemaliger Systemberater, wollte mit dem SFnet die Café- und Bistrokultur aus Frankreich virtuell nachbilden. Die Diskussionen und Kontakte in dem bisher bestehenden System empfand er als unbefriedigend. Da nur wenige Privatpersonen eigene PCs mit Internetanschluss besaßen, kommunizierten meist die gleichen Menschen in den damaligen Netzen. So kam ihm die Idee, Rechner öffentlich aufzustellen. Jeder, ob arm oder reich, sollte Zugang zu ihnen bekommen. Es entstand eine lebendige lokale Gemeinschaft, die sich zu sogenannten Net-Gets in den Cafés traf. Das SFnet wurde so zu einem festen Bestandteil von San Franciscos Subkultur.

Mit der starken Verbreitung von Internetanschlüssen in Privathaushalten und der neuen Mobilfunkgeneration ist die Bedeutung von Internetcafés in den Industrieländern zurückgegangen. Auch WLAN-Hotspots, von denen es mehr als 15.000 bundesweit gibt, dienen vielen Menschen als mobiler Internetzugang. Dennoch surfen in Deutschland immer noch fast 5 Millionen Menschen mit öffentlichen Computern. Dazu gehören neben den Rechnern in Bibliotheken oder Hotellobbys auch die der Internetcafés. Insbesondere auf Reisen im Ausland bleiben Cafés mit Internetzugang beliebt. Die E-Mail mit ein paar Urlaubsfotos im Anhang kann so schnell und ohne große Kosten verschickt werden.

In vielen Ländern, in denen es erst wenige private Internetanschlüsse gibt, sind Internetcafés heute noch eine wichtige Basis für die Entwicklung der Gesellschaft. Sie bieten einen freieren Zugang zu Informationen und öffnen Kommunikationswege. „Welche gesellschaftliche und politische Bedeutung das Internet hat, zeigt der arabische Frühling“, so Kempf. Daher werden Internetcafés in vielen repressiven Staaten streng kontrolliert. In Weißrussland etwa ist ihre Nutzung nur unter Vorlage eines Ausweises möglich. Unabhängige Internetcafés in China wurden zu tausenden geschlossen.

Beim Surfen an öffentlichen Computern gilt es einige Sicherheitshinweise zu beachten. Persönliche Daten und Passwörter sollten besonders vorsichtig benutzt werden. Von Bankgeschäften oder Zahlungen per Kreditkarte an öffentlichen Rechnern ist grundsätzlich abzuraten. Außerdem sollte der private Modus des Browsers genutzt werden. Somit werden keine temporären Internetdaten oder der Suchverlauf gespeichert. Bei der Eingabe von Passwörtern, etwa um nach seinen E-Mails zu schauen, muss eine gesicherte Verbindung bestehen. Dies ist an einem kleinen Schloss-Symbol in der Adressleiste des Browsers zu erkennen. Keinesfalls sollte man Passwörter automatisch speichern lassen und deshalb alle entsprechenden Funktionen deaktivieren. Private Speicherkarten oder USB-Sticks an einem öffentlichen Computer zu verwenden, kann riskant sein. Viren können so schnell auf das Speichermedium und anschließend auf den eigenen Rechner übertragen werden. Deshalb sollte man immer den Schreibschutz des Speichermediums aktivieren.<<

Werbung

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu

*