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Neues Design und Geschmackstest: Barista-Editionen von Tchibo

Design ist wichtig, gerade beim einem Produkt wie Kaffee, der für viele Menschen ein Lifestyle-Produkt ist. Ich habe mir die neu gestalteten Verpackungen der BARISTA-Produktlinie von Tchibo angeschaut und bei dieser Gelegenheit frische Geschmackstests vorgenommen.

Im Februar hat Tchibo bei seinen „Barista-Editionen“ ein neues Verpackungsdesign eingeführt. Das hab ich zum Anlass genommen, frische Geschmackstests mit den Sorten „BARISTA Espresso“ und „BARISTA Caffè Crema“ durchzuführen. Mit in diesem Test ist die dazu passende Aktionssorte „BARISTA Crema Blonde“, die nur für kurze Zeit erhältlich ist.

Tchibo BARISTA-Editionen: „BARISTA Caffè Crema“, „BARISTA Crema Blonde“ & „BARISTA Espresso“ | Foto: Redaktion

Für die Transparenz: Für meinen unabhängigen Test hat mir der Hersteller je eine Packung zur Verfügung gestellt.

Frisches Aussehen für die bekannten Sorten

Espresso und Caffè Crema werden in Deutschland immer beliebter. Dazu lohnt übrigens auch ein Blick in Tchibos jährlichen Kaffeereport.

Neben den 2013 neu eingeführten Sorten „BARISTA Espresso“ und „BARISTA Caffè Crema“, die ich damals auch bereits getestet habe, haben die zwei Espresso-Sorten „Mailänder Art“ und „Sizilianer Art“ sowie die beiden „Caffè-Crema-Sorten „mild“ und „vollmundig“ ein neues Aussehen bekommen.

Pressebild der vier anderen Sorten | Bild: Tchibo

Das neue Design soll die unterschiedlichen Geschmacksprofile und Intensitätsstufen durch die Farbgebung der neuen Verpackungen – ergänzt durch die aufgedruckte Bohnenskala – sofort erkennbar und damit die Sorten besser unterscheidbar machen.

Was das angeht, fand ich das alte Design durchaus zweckmäßig, aber das neue erfüllt diese Aufgaben besser. Gelohnt hat sich die deutliche Umgestaltung aus meiner Sicht allerdings aus einem anderen Grund: Das neue Design gibt Tchibo als Marke frischen Schwung und passt doch gut zu einem Unternehmen mit so langer Tradition.

Nicht zuletzt heben sich die Kaffees mit dieser Verpackung von Produkten anderer Unternehmen ab, denn die meisten Kaffees stecken immer noch in Verpackungen, wie er für Kaffee eben typisch ist. Schlichte Eleganz sorgt bei Tchibos neuen Designs nun für einen modernen Premium-Look.

Gegenüber den vier anderen Sorten hebt sich die Gestaltung der BARISTA-Editionen allerdings durch ein mutigeres, typografielastiges Design sehr positiv ab. Vor allem das sparsam als Akzentfarbe eingesetzte Orange auf dem dunkelblauen Grund beim „BARISTA Espresso“ überzeugt mich. Dieses Packungsdesign verdient einen Preis!

Empfohlene Zubereitungsmethoden für „BARISTA Caffè Crema“, „BARISTA Crema Blonde“ & „BARISTA Espresso“ | Foto: Redaktion

Ich vermute allerdings, dass das wirklich hübsche silberblaue Design des „BARISTA Caffè Crema“ allgemein am besten ankommt. Beim „BARISTA Crema Blonde“ gefällt mir der helle, warme Goldton sehr gut.

Warmer Goldton beim BARISTA Crema Blonde | Foto: Redaktion

Der Look der BARISTA-Editionen gibt der Traditionsmarke Tchibo neuen Schwung, ohne dabei zu jung oder zu gewagt zu wirken. Ich wünsche mir, dass Tchibo aus diesem gestalterischen Ansatz mehr macht, etwa eine eigene Produktlinie im Premium-Segment. Ich hätte dafür schon erste Ideen …

Die Geschmackstests der drei BARISTA-Editionen, die übrigens alle Fairtrade-zertifiziert sind, folgen hier der Reihe nach:

1. Test Barista Crema Blonde (Limited Edition)

Tchibo beschreibt diese nur für begrenzte Zeit angebotene Sorte als „leicht fruchtig und mit dezenten Anklängen von hellen Trauben – perfekt für die Zubereitung im Vollautomaten oder Siebträger“. Beim Blick auf den Inhalt der Packung ist die hellere, goldbraune Färbung der Bohnen erkennbar. Auf der hauseigenen Intensitätsskala bekommt sie zwei von sechs Bohnen.

Der Duft aus der frisch geöffneten Verpackung ist schokoladig-fruchtig. Das zubereitete Getränk macht einerseits einen fruchtig-blumigen Eindruck, erinnert mich ansonsten vor allem an frischen Apfelkuchen. Bereite ich ihn nicht im Vollautomaten, sondern mit einer Filterkaffeemaschine zu, duftet der Kaffee würziger und leicht scharf.

Die Bohnen der Aktiossorte BARISTA Crema Blonde | Foto: Redaktion

a) Lungo
Zuerst ist der „BARISTA Crema Blonde“ fruchtig, dann herb und am Ende kommen zarte Kakaonoten zum Vorschein. Außerdem bemerke ich ein fein-mineralisches Mundgefühl. Ist der Kaffee etwas abgekühlt, wirkt er leicht cremig, was gut zu den im Nachklang in Erscheinung tretenden Röstaromen passt.

Dieser Kaffee hat zwar einen leichten Körper, ist gleichzeitig indes auf seine Weise geschmacksstark. Tchibo beschreibt ihn als mild und leicht fruchtig.

Tchibo BARISTA Crema Blonde als Lungo | Foto: Redaktion

Im Hinblick auf die angenehmen, aber schon klar spürbaren Röstnoten im Nachklang, die nach einer Weile eine gute Schärfe entwickeln, würde ich diese Sorte nicht als mild bezeichnen.

„BARISTA Crema Blonde“ ist schön aromatisch und die fruchtigen Noten am Anfang sind – zu meiner Freude – ziemlich intensiv, ohne allerdings irgendwie ins Saure zu gehen. Leicht abgekühlt sind die fruchtigen Noten umso mehr präsent.

b) Filterkaffee
Für die klassische Filterkaffeezubereitung wird diese Sorte vom Hersteller nicht empfohlen – und das mache ich auch nicht. Als Filterkaffee ist er herber und würziger, doch als Lungo aus dem Vollautomaten schmeckt mir der Kaffee deutlich besser.

c) Espresso
Beim Espresso aus dem Vollautomaten wirkt er ein wenig säuerlich, aber nicht zu viel für meinen Geschmack. Wenn man es spritzig mag, kann man den „BARISTA Crema Blonde“ als Espresso trinken.

Tchibo BARISTA BARISTA Espresso als Espresso | Foto: Redaktion

Wie schmeckt der Kaffee mit Milch?

Mild und cremig … dazu würde ein Croissant gut passen! Er wirkt mit Milch sehr entspannt. Den „Barista Crema Blonde“ kann ich als Frühstückskaffee empfehlen. Oder zum Meditieren. Ich hatte nicht erwartet, dass eine helle Röstung wie diese als Milchkaffee so gut schmecken würde.

Tchibo BARISTA Crema Blonde mit Milch | Foto: Redaktion

Wie schmeckt der Kaffee mit Zucker oder Süßstoff?

Davon, den „BARISTA Crema Blonde“ zu süßen, rate ich strikt ab. Die Süße passt überhaupt nicht zum Geschmack des Kaffees; er ist dann zwar süß, wirkt aber auch säuerlich. Wenn Du Kaffee immer gesüßt trinkst, kauf einen anderen Kaffee.

Fazit zum BARISTA Crema Blonde

Der Körper des „Barista Crema Blonde“ wirkt so leicht, dass er zwar etwas dünn wirkt. Doch dank der intensiven Aromen fehlt mir da nichts. Und mit Milch schmeckt er zu meiner Überraschung ausgezeichnet.

2. Test: BARISTA Espresso

Der Duft aus Verpackung wirkt sehr frisch, nussig, zuckrig, rundum ansprechend. Der frisch zubereitete Kaffee duftet deutlich schwächer als erwartet, süß und nach Anis oder Kirsche; außerdem ist da eine dezente Rauchnote.

Tchibo BARISTA Espresso | Foto: Redaktion

Der Hersteller spricht beim „BARISTA Espresso“ von einem charaktervollen und intensiven Kaffeegenuss mit weichem Körper, goldbrauner Crema und feiner Nussnote.

a) Lungo
Vor meinem Geschmackstest hatte ich mir von diesem Produkt intensivere Geschmackseindrücke erhofft. Vom Mundgefühl her ist der Kaffee zunächst mild und samtig, später leicht rauchig. Er wirkt etwas herb-würzig im Abgang, dazu kommt eine deutliche Rauchnote, die bei der intensiven Röstung zu erwarten war.

Tchibo BARISTA Espresso als Lungo | Foto: Redaktion

Als Lungo aus dem Kaffeevollautomaten ist der Kaffee okay, aber so richtig überzeugt er mich so nicht.

b) Espresso
Die kleine Tasse ist beste Wahl: Als Espresso schmeckt diese Sorte vergleichsweise sanft und cremig, überhaupt nicht bitter und zu meiner Überraschung weniger herb und würzig als bei der Zubereitung als Lungo. Dafür kommen die nussigen Noten hier gut raus.

Tchibo BARISTA Espresso | Foto: Redaktion

Wie schmeckt der Kaffee mit Milch?

Erwartungsgemäß lässt sich der „BARISTA Espresso“ gut mit Milch kombinieren. Milch im Kaffee kann ja vieles bedeuten: Nicht zuletzt kann man viel oder wenig davon verwenden. Beim „BARISTA Espresso“ von Tchibo können wir großzügig sein. Die starke Röstung macht’s möglich; die Röstaromen dringen dann immer noch durch.

Tchibo BARISTA Espresso mit Milch | Foto: Redaktion

Wie schmeckt der Kaffee mit Zucker oder Süßstoff?

Das passt nicht! Mit Zucker oder Süßstoff wirkt der „BARISTA Espresso“ geschmacklich merkwürdig „unrund“.

Die dunkel gerösteten Bohnen des BARISTA Espresso | Foto: Redaktion

Fazit zum BARISTA Espresso

Manchmal liegt ein Röster mit seiner Einordnung genau richtig: Dieses Produkt ist eine gute Wahl für einen Espresso, hier kommen die verschiedenen Gechmackseindrücke gut ausbalanciert am besten zur Geltung. Wenn Du Lungo-Trinker bist, wähle einen anderen Kaffee.

3. Test: BARISTA Caffè Crema

Der Duft aus Verpackung wirkt sehr frisch, fruchtig-zuckrig. Der Duft vom frisch zubereiteten Kaffee ist schokoladig und hat eine Fruchtnote …. so wie bei Schokolade mit Fruchtanteilen, aber nicht süß.

Tchibo BARISTA Caffè Crema | Foto: Redaktion

Der Hersteller beschreibt diese Sorte als eine aromatische, harmonische Kaffeespezialität mit weichem Körper, feiner Crema und dezenten Anklängen von roten Beeren und gibt ihm drei von sechs Bohnen auf der hauseigenen Intensitätsskala.

Geöffnete Packung BARISTA Caffè Crema von Tchibo | Foto: Redaktion

a) Lungo aus Vollautomaten
Der Kaffee wirkt nur wenig fruchtig – etwas mehr, wenn der Kaffee etwas abgekühlt ist – aber nicht säuerlich. Eine ganz leichte Kräuternote ist ebenfalls vorhanden.

Tchibo BARISTA Caffè Crema als Lungo | Foto: Redaktion

Ich bemerkte im Test ein fein-mineralisches Mundgefühl. Die Kakaonoten im Abgang sind deutlich ausgeprägt, was mir gut gefällt. Seine schwachen Röstaromen sind gerade noch ausgeprägt genug, um das Geschmackserlebnis abzurunden.

b) Filterkaffee
Der Kaffee wirkt zuerst weich und dann relativ fruchtig, anschließend herb und leicht scharf mit gut wahrnehmbaren Röstaromen. Das schmeckt schon, aber es fehlt das gewisse Etwas.

Tchibo BARISTA Caffè Crema als Filterkaffe | Foto: Redaktion

c) Espresso
Manchem dürfte ein Espresso aus dem Vollautomaten mit diesen Bohnen wohl etwas zu fruchtig am Anfang sein, doch ich finde, das bleibt noch im Rahmen, das kann ich mit Genuss trinken. Außerdem ist der „BARISTA Cafè Crema“ als Espresso cremig und herb. Im Nachklang bemerke ich zunächst eine schwache Kakaonote mit noch schwächeren nussigen Noten, anschießend eine dezente Schärfe, die gut das cremige Mundgefühl kontrastiert.

Tchibo BARISTA Caffè Crema als Espresso | Foto: Redaktion

Wie schmeckt der Kaffee mit Milch?

Milch passt und wenn man es nicht übertreibt, schmeckt man sogar noch etwas vom Kaffee. Dieser herb-cremige Geschmackseindruck hat was. Im Nachklang meine ich eine leichte Holznote zu erkennen.

Wie schmeckt der Kaffee mit Zucker oder Süßstoff?

Ja, diese Sorte lässt sich als Lungo recht gut mit Zucker oder Süßstoff genießen – auch wenn es Verschwendung ist, weil der Kaffee pur viel besser schmeckt.

Gesamtfazit

Wenn Du hellen Röstungen gegenüber aufgeschlossen bist, probiere den nur für kurze Zeit erhältlichen „BARISTA Crema Blonde“ aus – besonders wenn Du zum entspannten Genießen oder zum Frühstück gerne auch mal Milch in Deinen Kaffee gibst. Den „BARISTA Espresso“ empfehle ich nur für Espresso-Portionen in normaler (also kleiner) Tassengröße. Der „BARISTA Caffè Crema“ dagegen ist sowohl als Espresso als auch als verlängerter Espresso ein eine gute Wahl. Die drei Sorten aus meinem Test verkauft Tchibo normalerweise etwas teurer als die anderen vier oben erwähnten Sorten, die ebenfalls neue Designs für ihre Verpackungen erhalten haben, nämlich für 14,99 Euro pro Kilogramm. Wenn es nicht gerade einen Rabatt gibt, was immer wieder vorkommt.

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