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Rarität Nr. 1/2022 von Tchibo im Geschmackstest: El Cascabel aus Kolumbien

Aus Kolumbien stammt die Rarität Nummer 1 in 2022 von Tchibo. 6,99 Euro für ein halbes Pfund Kaffee sind nicht wenig, aber der El Cascabel bietet ein ein eigenständiges Geschmacksprofil für mehr Abwechslung in der Tasse. Nach meinem Test empfehle ich diesen Kaffee für die Zubereitung mit Vollautomat und Stempelkanne.

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Tchibos erste Rarität in diesem Jahr trägt den Namen El Cascabel und stammt aus dem Südosten von Nariño in Kolumbien. Der Kaffee wird auf einer Höhe von 1.700 – 2.000 Metern angebaut und später per Hand gepflückt, gewaschen und sonnengetrocknet.

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Für die Transparenz: Der Hersteller hat mir eine Packung dieses Kaffees für meinen unabhängigen Test zur Verfügung gestellt.

500-Gramm-Packung von Tchibos erster Rarität in 2022 | Foto: Redaktion

Was sagt der Anbieter über den Kaffee?

Es handelt sich um einen „Single Origin“-Kaffee aus dem Südwesten Kolumbiens. Das Anbaugebiet für Tchibos Rarität Nr. 1 in 2022 liegt im Südosten von Nariño, in der Nähe des Vulkans Doña Juana in der Gemeinde El Tablón de Goméz. Tropisches Klima und (nährstoffreiche) Vulkanböden sind generell eine sehr gute Kombination, was die Voraussetzungen für den Kaffeeanbau angeht.

Auf seinem „Aromarad“ hat Tchibo das mit „Würzig“ gekennzeichnete Segment hervorgehoben. Auf der hauseignen Intensitätsskala gibt der Hersteller dem „El Cascabel“ 4 von 6 Bohnen (Säure: 3, Körper: 5, Röstung: 4). Laut Tchibo schmeckt die erste Rarität des Jahres bei Zubereitung als Handaufguss nach Kardamom, Kakao und Orange.

Geschmacksprofil laut Hersteller | Foto: Redaktion

Man glaubt es kaum, aber: Klapperschlangen haben Fans. El Cascabel lässt sich ins Deutsche u. a. mit Rassel oder Klapper übersetzen. Im 16. Jahrhundert gab es in der Gegend nicht nur viele Klapperschlangen; sie waren dermaßen beliebt, dass die Bewohner sogar Gegenstände herstellten, mit denen sich Geräusche ähnlich denen von Klapperschlangen machen ließen. So kam Tchibos Rarität Nr. 1 in 2022 zu ihrem Namen.

El Cascabel: ganze Bohnen | Foto: Redaktion

Unser Geschmackstest

Duft
Der intensive Geruch aus der frisch geöffneten Packung erinnert mich vor allem an Trauben. Außerdem denke ich beim Schnuppern an der Packung an Haselnuss. Reizvoll finde ich die würzig-pfeffrige Komponente, die eine gewisse Schärfe hat. Nach den ersten Tagen ist der Traubenduft immer noch stark, aber der haselnussige Duft geht nun ein wenig in Richtung Nusscreme, was mir sehr gut gefällt.

Blick auf die Kaffeebohnen in der frisch geöffneten Packung | Foto: Redaktion

Zubereitet duftet der heiße Kaffee süßlich und scharf. Ich verorte das zwischen Puderzucker (mit einem Hauch Vanille) und Pfeffer. Außerdem duftet der Kaffee auch fertig zubereitet nach Trauben und nussig-süß.. Meine Assoziation dazu lautet: Kekse oder Kuchen frisch aus dem Ofen: sehr angenehm!

Geschmack
Viel Geschmack von Anfang an – und dann schön lange! Der erste Pluspunkt in meinem Geschmackstest ist die Vielseitigkeit des El Cascabel. Ich weiß kaum, wo ich anfangen soll: Zuerst ist bei der Zubereitung als Lungo aus dem Vollautomaten ein fruchtiger Traubengeschmack deutlich ausgeprägt. Der Kaffee schmeckt kaum säuerlich, auch wenn mir das zuerst so vorgekommen ist. Der Geschmack geht mehr ins Süßliche, erinnert mich an Kirsche. Müsste ich mich kurz fassen, würde ich den El Cascabel als fruchtig-herb und würzig bezeichnen.

El Cascabel bei der Zubereitung als Lungo mit dem Vollautomaten | Foto: Redaktion

Ganz kurz gibt es da noch etwas, das schwer zu fassen ist: Es könnte tatsächlich Kardamom sein. Aus dem Vollautomaten ist El Cascabel leicht würzig, auf milde Art herb. Und überhaupt nicht bitter!

Im Nachklang erkenne ich eine besonders milde Rauchnote zusammen mit einem Geschmack feiner Bitterschokolade. Nach einer Weile wird der Geschmackseindruck pfeffriger. Noch später bemerke ich einen neuen dezent-süßlich Geschmack, der mich an Karamell erinnert. Das passt sehr schön zu den weiterhin vorhandenen scharfen Eindrücken.

Espresso-Zubereitung mit dem Vollautomaten | Foto: Redaktion

Der Anbieter empfiehlt es nicht – ich hab trotzdem ausprobiert, wie dieser Kaffee als Espresso schmeckt: Die Säure ist recht stark. Für mich ist das okay, aber allgemein empfehle ich den El Cascabel nicht für die Espresso-Zubereitung.

El Cascabel grob gemahlen in der Stempelkanne | Foto: Redaktion

Am auffälligsten ist, dass der Kaffee aus der Stempelkanne im Vergleich zum Lungo aus dem Vollautomaten weniger fruchtig ist, aber dafür würziger und herber. Mag sein, dass die meisten das anders sehen, aber mir gefällt das nicht besser. Schön ist allerdings, wie weich und angenehm der El Cascabel bei der Zubereitung mit der Stempelkanne vom Mundgefühl her ist. Zudem sind die süßen Anteile deutlicher zu schmecken, allerdings auch die herben Noten. So ist der El Cascabel bei Zubereitung mit der Stempelkanne vom Nachgeschmack her ein Stück intensiver.

Zubereitung mit der elektrischen Filterkaffeemaschine | Foto: Redaktion

Der süße Geschmack erinnert bei der Zubereitung mit der Filterkaffeemaschine nicht an Kirsche, sondern an eine Orange mit leicht bitteren Noten. Das schmeckt mir sehr gut. Allerdings sind die süßen Anteile hier schwächer und die herben Noten nun etwas stärker ausgeprägt. Vor allem aber sind Rauchnoten beim Filterkaffee nicht erst im Nachklang, sondern bereits sehr früh zu schmecken. Außerdem fehlen die schokoladigen Eindrücke, die mir bei der Zubereitung als Lungo aus dem Vollautomaten gut gefallen haben. Nach einer Weile treten auch beim Filterkaffee Karamellnoten hervor, doch sind diese weniger süß als beim Lungo.

El Cascabel nach Zubereitung mittels Stempelkanne in Glastasse | Foto: Redaktion

Was sonst noch wichtig ist

Verkaufsstart für den El Cascabel war am 7. Februar 2022. Wie immer bei dieser Produktreihe ist der Kaffee nur für recht kurze Zeit Angebot. Eine 250-Gramm-Packung mit ganzen Bohnen verkauft der Hersteller für 6,99 Euro, eine 500-Gramm-Packung für 13,98 Euro. Das bedeutet einen Kilogramm-Preis von stolzen 27,96 Euro.

Fazit

Würzige Kaffees sind nicht meine Favoriten. Ich bevorzuge andere Geschmacksrichtungen. Doch Abwechslung ist mir am wichtigsten und was das angeht, bin ich voll auf meine Kosten gekommen. Nicht nur, dass diese Rarität anders als die meisten anderen Kaffees aus dieser Produktreihe schmeckt. (Ich habe in den letzten Jahren fast jede von Tchibos Raritäten gekostet.)

Packung El Cascabel neben Esperto Pro und frisch zubereitetem Kaffee | Foto: Redaktion

Beim Trinken selbst wechseln sich verschiedene Geschmackseindrücke in kurzer Folge ab. Ebenfalls positiv: Nach dem letztem Schluck lässt sich der Nachgeschmack überdurchschnittlich lange genießen. Das gilt jedenfalls, wenn ich den El Cascabel als Lungo aus dem Vollautomaten oder mit der Stempelkanne zubereitet genieße.

El Cascabel als Lungo aus dem Vollautomaten | Foto: Redaktion

Mit der elektrischen Filterkaffeemaschine zubereitet überzeugt mich der El Cascabel dagegen weniger. Die fruchtigen Noten von leicht bitterer Orange gefallen mir zwar sehr. Anschließend fehlen mir jedoch die süßen Noten. Umso mehr fällt der deutlich herbe Geschmack im Nachklang auf. Für sich betrachtet ist der El Cascabel aus der Filterkaffeemaschine mehr als okay, aber im direkten Vergleich vermisse ich die schokoladigen bzw. süßen Eindrücke.

Mein Rat lautet deshalb: Falls Du keine Stempelkanne besitzt, nimm das zum Anlass, Dir eine zuzulegen. Eine brauchbare Stempelkanne bekommst Du bereits für weniger als 20 Euro.

Der Kaffeevollautomat in diesem Test …

… ist der neue Esperto Pro von Tchibo.

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Einen ausführlichen Testbericht bereite ich gerade vor. Bis dahin schau Dir doch hier mein Video zu meinem ersten Eindruck des Esperto Pro an …

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