Cafèt: Espresso-Kapseln von Netto Marken-Discount im Geschmackstest

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Seit Kurzem verkauft Netto Marken-Discount unter dem Namen „Cafèt“ Kaffeekapseln für Nespresso-Maschinen. Ich habe alle drei Sorten „Espresso“, „Lungo“ und „Ristretto“ gekostet. Die alternativen Kapseln sind billig, aber können sie im Geschmackstest überzeugen?

Kaffeekapseln für Nespresso-Maschinen gibt es inzwischen von vielen Anbietern. Gemeinsam haben die Kapseln der Nespresso-Konkurrenten, dass sie ihre Produkte günstiger anbieten. So günstig wie die neuen „Cafèt“-Kapseln von Netto Markendiscount sind allerdings die wenigsten. Damit hebt sich „Cafèt – Feine Kaffeekapseln“ bereits von der Masse ab.

Der Niedrigpreis war für mich indes kein Grund, „Cafèt“ zu testen. Ich habe die drei Test-Packungen von probierpioniere.de kostenlos im Rahmen der aktuellen Aktion erhalten. Mir geht es um Abwechslung und Genuss beim Ausprobieren neuer Kapselsorten.

Drei verschiedene Sorten

Die „Cafèt“-Kapseln hat Netto Markendiscount erst im Frühling neu eingeführt. Deshalb habe ich kein Problem damit, dass erst drei Sorten zur Wahl stehen. Die drei Sorten schlicht „Espresso“, „Lungo“ und „Ristretto“ zu nennen, passt gut zu einem Discounter.

CAFÈT - Kaffeekapseln im Test | Bild: Redaktion
CAFÈT – Kaffeekapseln im Test | Bild: Redaktion

Für klare Unterscheidbarkeit sorgt neben den eindeutigen Namen die Farbgebung: Violett für „Espresso“, Blau für „Lungo“ und Braun für „Ristretto“. Diese Farben sind allerdings nur an den Rändern der Verkaufsverpackungen zu sehen, der Mittelteil ist jeweils in Schwarz gehalten. Die matte, recht weiche Folie fühlt sich gut an. Öffnen müsst Ihr die Verpackung vorne in der Mitte, indem Ihr die Verschlussfolie nach hinten zieht. Damit wird die Packung anschließend wieder verschlossen.

Wiederverschließbare Verpackung

Der Vorteil dabei: Die einzelnen Kapseln müssen nicht einzeln in Folie eingeschweißt werden, wie das bei den meisten Nespresso-Alternativen der Fall ist. Das reduziert die Menge an Verpackungsmüll. Hat man eine Packung aber erst einmal geöffnet, sieht sie nur noch halb so gut aus. Die vorne mit einer Silberfolie verschlossenen Kapseln bestehen aus Kunststoff – in der jeweiligen Farbe! Violett, Blau und Braun also.

Die Packung wird an der Oberseite geöffnet. | Bild: Redaktion
Die Packung wird an der Oberseite geöffnet. | Bild: Redaktion

Insbesondere das intensive Violett der „Espresso“-Kapseln finde ich gewöhnungsbedürftig. Diese intensiven Farbtöne haben ihren Reiz, aber dadurch wirken die Kapseln billig – was zu einer preiswerten Alternative vom Discounter passt. Das ist stimmig, deshalb werte ich das nicht negativ.

Geschmackssache: Kapseln in kräftigen Farben | Bild: Redaktion
Geschmackssache: Kapseln in kräftigen Farben | Bild: Redaktion

Gut gefällt mir in diesem Zusammenhang, dass der Hersteller sich auf wenige Farben beschränkt: Schwarz als Basis, Weiß und Silber für die Beschriftung plus eine Akzentfarbe. Da sticht die rote Kaffeebohne mit dem weißen Kreuz neben dem Hinweis „swiss made“ trotz ihrer sehr geringen Größe hervor. Ansonsten verleiht nur noch das kleine Foto einer einzelnen Kaffeebohne dem Ganzen einen kleinen Farbtupfer.

Cafèt: Sorte "Espresso" in Tasse| Bild: Redaktion
Cafèt: Sorte „Espresso“ in Tasse| Bild: Redaktion

Die Stärke jeder der drei Kapselnsorten wird auf einer Skala von eins bis zehn gut sichtbar auf der Vorderseite der Verpackung angezeigt. Die senkrechten Striche sind unterschiedlich groß und der „Zeiger“ hat die Form einer Kaffeebohne, darunter wird die Stärke zusätzlich als Zahl angezeigt. Links daneben ist zu sehen, ob die jeweilige Sorte mit 21, 40 oder 110 ml Wasser zubereitet werden sollte. Warum 21 ml und nicht 25 ml? Das verwirrt mich, denn die Standardeinstellung für Ristretto bei einer Nespresso-Maschine beträgt 25 ml.

CAFÈT Espresso (Stärke 6): Mit dieser Sorte habe ich meine Testreihe begonnen, denn hauptsächlich bereite ich mir mit meiner Nespresso-Maschine Espresso zu. Frisch aufgebrüht duftet der „Espresso“ leicht süßlich und ein wenig fruchtig. Für einen guten ersten Eindruck sorgte die Crema. Das sah zumindest schon mal nach einem überzeugenden Espresso aus!

Cafèt: Sorte "Espresso" | Bild: Redaktion
Cafèt: Sorte „Espresso“ | Bild: Redaktion

Fruchtig-bitter und insgesamt kräftig im Geschmack hat der „Espresso“ mehr zu bieten, als ich es bei seinem niedrigen Preis erwartet hatte. Seine Fruchtnote kommt erst zur Geltung, wenn das Getränk ein wenig abgekühlt ist. Ich mag seinen lange anhaltenden malzig-würzigen Nachgeschmack und das leicht cremige Mundgefühl.

CAFÈT Lungo (Stärke 4): Ebenfalls etwas süßlich duftet ein frisch zubereiteter Kaffee dieser Sorte. Im Gegensatz zum „Espresso“ zeigt der „Lungo“ im Geschmackstest tatsächlich eine dezent-süßliche Note, denn sein Geschmack erinnert mich an dunkle Schokolade. Für einen Lungo ist der sanft-würzige Geschmack gar nicht so schwach, doch insgesamt ist mir sein Geschmacksprofil ein wenig zu flach.

Cafèt: Sorte "Lungo" | Bild: Redaktion
Cafèt: Sorte „Lungo“ | Bild: Redaktion

Weit besser schmeckt mir diese Sorte, wenn ich sie nicht als Lungo, sondern als Espresso (also mit weniger Wasser) zubereite. Dann ist der Kaffee nicht nur aromatischer, sondern ich bemerke eine leichte Fruchtnote, die ihn interessanter macht. Vorher fehlte mir was.

CAFÈT Ristretto (Stärke 9): Von den drei Sorten gefällt mir diese eindeutig am besten, weil sie so geschmacksstark ist. Die Hinweise „intensiv“ und „starke Note“ auf der Verpackung hatte ich nicht ernst genommen, weil ein Ristretto aufgrund der geringeren Wassermenge ja generell kräftiger als ein Espresso ist. Kräftig ist der Geschmack allerdings auch noch, wenn man die Sorte „Ristretto“ als Espresso zubereitet.

Cafèt: Sorte "Ristretto" | Bild: Redaktion
Cafèt: Sorte „Ristretto“ | Bild: Redaktion

Ihr könnt also ruhig 40 ml Wasser nehmen und bekommt dennoch ein würziges Kaffeegetränk mit leichter Fruchtnote und wohltuend ausgewogenem Geschmack. Wenn ich wenig Wasser nehme, ist die Fruchtnote deutlich kräftiger und erinnert mich an schwarze Johannisbeeren.

Leichte Schwächen bei der Kompatibilität

Bei alternativen Kapseln für Nespresso-Maschinen muss geklärt werden, ob bei der Kaffeezubereitung Probleme auftreten. Ich habe meinen Test mit einer Nespresso U durchgeführt und dabei einige Male erlebt, dass Kapseln beim Einlegen in das Gerät nicht sofort in die richtige Position rutschten. Manche Kapseln fielen nach dem Brühvorgang zunächst nicht in den Auffangbehälter.

Zubereitung mit einer Nespresso U | Bild: Redaktion
Zubereitung mit einer Nespresso U | Bild: Redaktion

Ein echtes Problem stellte dies jedoch nicht dar: Sanftes Drücken von oben auf die Kapsel bzw. leichtes Klopfen gegen das Gehäuse hilft in einem solchen Fall. Ich empfehle, die Kapseln jeweils in Ruhe und mit Sorgfalt einzulegen, statt sie einfach in die Öffnung fallen zu lassen.

Netto Markendiscount nennt derzeit einen Verkaufspreis von 1,99 Euro pro 10er-Packung. Das ist billig. Bei diesem Preis hatte ich nicht damit gerechnet, dass die „Cafèt“-Kaffeekapseln ein UTZ Certfied-Nachhaltigkeitssiegel tragen.

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6 Kommentare

  1. Die genau identischen Kaffeekapseln werden in der Schweiz unter dem Namen Café Royal angeboten (gleicher Hersteller, fast identische Verpackung). Kleiner Unterschied (wie immer), der Preis. Eine 10er Packung kostet bei uns 3.80 Schweizer Franken, also rund 3.10 Euro.

    Gruss
    Stefan

  2. Kann das so unterschreiben, Lungo flach aber lecker; Espresso stark aber etwas unangenehm bitter. Was allerdings nie gesagt wird, ist dass beim Espresso oft eine unterschiedliche Menge aus der Maschine kommt. Also mit dem Druck gibt es da wirklich Schwierigkeiten. Manchmal kommt auch erst nur Wasser.

  3. Hallo Lukas, danke für Deinen Kommentar! Wie kompatibel die Kapseln in der Praxis sind, ist für mich ein wesentliches Bewertungskriterium. Wenn ich mehr als minimale Probleme bemerke, kommt das immer in die Tests mit rein.

    Was die Füllmengen angeht: Das schwankt in der Tat zwischen den Kapseln verschiedener Anbieter. Bei manchen hat man mehr als bei anderen in der Tasse, aber das hält sich im Rahmen.

    Da man die Wassermenge ja an der Maschine anpassen kann, sehe ich deshalb kein Problem. In der Regel schmeckt der Espresso besser, wenn er etwas langsamer durchgelaufen ist – und das ist meist der Fall bei den Kapselsorten, bei denen die Füllmenge etwas kleiner ist.

    Dass zuerst nur Wasser kommt, habe ich mit den hier getesteten Kapseln nicht erlebt. Ich vermute, dass das von der jeweiligen Maschine abhängt. Ich benutze für die meisten Tests eine Nespresso U.

  4. Ich habe heute zwei Kapseln ausprobiert. Unsere ältere Maschine lässt sich nicht schließen. Ein völliger Fehlkauf – hoffentlich hat die Maschine keinen Schaden genommen. werde die Dinger morgen bei Netto abgeben.

  5. Wir haben die Kapsen ebenfalls mit unserer DeLonghi EN 520.S ausprobiert.

    Leider werden sie auf der Kunststoffseite nicht richtig gelocht, sodass häufig das Wasser an der Kapsel vorbeifliest. Legt man die Kapsel dann ein weiteres Mal ein, wird sie zwar angestochen, die durch die Sollbruchstelle vorgegebenen Löcher sind aber recht groß, sodass manchmal auch Kaffeesatz ausgespült wird. Wenn es mal klappt, ist der Espresso brauchbar.

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  1. Test mit Video: Cremesso Compact One von Netto Marken-Discount

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