Nespresso Cubanía im Geschmackstest – Limited Edition

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Für die neueste Sorte Kapseln haben sich die Nespresso-Experten von einem kubanischen Kaffeeritual inspirieren lassen, bei dem sehr starker Espresso mit reichlich Zucker getrunken wird. Das ist mal was anderes. Wie der Geschmackstest beweist, ist die Limited Edition Cubanía auch für diejenigen interessant, denen ihr Kaffee gar nicht kräftig genug sein kann.

Wie intensiv darf ein Espresso sein, damit er noch schmeckt? Was Kapselkaffee-Sorten angeht, habe ich mein Limit noch nicht gefunden, doch mit der neuen Nespresso-Sorte Cubanía könnt Ihr testen, ob Intensitätsstufe 13 zu viel für Euch ist. Richtig gelesen: Intensitätsstufe 13. Damit überholt die neue Limited Edition sogar den Grand Cru Kazaar, den ich im Frühling getestet habe.

Nespresso Cubanía | Foto: Redaktion
Nespresso Cubanía | Foto: Redaktion

Das finde ich gut, denn die alternativen Kapselanbieter bieten diesbezüglich meist wenig. Nespresso dagegen hat einige schön kräftige Sorten im Angebot. Die Limited Edition Cubanía ermöglicht nicht nur ein besonders intensives Geschmackserlebnis; mit ihrem besonderen Geschmacksprofil ermöglicht sie den Nespresso-Trinkern eine neue Erfahrung. Das gilt bereits für den pur getrunkenen Kaffee, doch der Hersteller empfiehlt eine besondere Art der Zubereitung.

Verkaufsverpackung | Foto: Redaktion
Verkaufsverpackung | Foto: Redaktion

So ist das gedacht…

>>Kaffeetrinken – im Cubano-Stil – ist ein entspanntes Ritual, bei dem eine Portion Kaffee mit Rohrzucker zu einer dickflüssigen Creme gemischt wird, über die anschließend noch mehr Kaffee gegossen wird<<, lese ich in dem meiner Testpackung beiligenden Text. Man soll sich zuerst einen Ristretto zubereiten und ihn mit zwei Teelöffel-Portionen Rohrzucker mischen. Wenn sich der Zucker ganz im Kaffee aufgelöst hat, soll man einen zweiten Ristretto darübergießen und dann wieder umrühren. >>Der authentische Cubano hat eine sirupartige Textur und offenbart feine Röstnoten – für einen Moment puren, kubanischen Genusses.<< Wer möchte, fügt 25 ml heiße Milch hinzu.

Nespresso Cubanía | Foto: Redaktion
Nespresso Cubanía | Foto: Redaktion

Ich gehöre zwar nicht zu den Kaffeefans, die Zucker im Kaffee komplett ablehnen. Generell genieße ich guten Kaffee aber lieber unverfälscht. Nebenbei bemerkt: Nespresso-Fans lassen sich Kaffeegenuss gerne etwas kosten, doch bei 4,50 Euro pro Stange (0,45 Euro pro Kapsel) überlegt man sich doch zweimal, ob man sich den Cubano-Stil leisten möchte und tatsächlich zwei Kapseln pro Getränk nimmt.

So sehen die Kapseln aus | Foto: Redaktion
So sehen die Kapseln aus | Foto: Redaktion

Bevor ich zum eigentlichen Geschmackstest komme noch eine wichtige Information: In der Limited Edition Cubanía steckt vieles – nur kein Kaffee aus Kuba. Laut Hersteller wurde ein milder kolumbianischer Kaffee, >>der lange Röstzeiten ohne geschmackliche Einbußen verträgt<<, mit einem hochwertigen indischen Robusta, >>der in einem langsamen Verfahren mit Wasserdampf behandelt wurde, um eine wesentlich bessere Extrahierbarkeit als gewöhnlich zu ermöglichen und die Intensität auf ein nie dagewesenes Maß zu erhöhen<<, gemischt – zusammen mit weiteren Kaffees, die beispielsweise aus Brasilien stammen.

Kein Kaffee aus Kuba

Das brachte Nespresso bereits Kritik ein, aber da der Hersteller daraus gar kein Geheimnis macht, stört mich das nicht. Vor der Beschäftigung mit den Einzelheiten hatte ich schon meine Zweifel, ob tatsächlich in Kuba angebauter Kaffee in den Kapseln stecken könnte. Schließlich besteht das US-Embargo gegen Kuba immer noch. Also hätte Nespresso auf einen Verkauf in den USA verzichten müssen.

Nespresso Cubanía | Foto: Redaktion
Nespresso Cubanía | Foto: Redaktion

Abgesehen davon hat Kuba als Anbauland zwar einen guten Ruf, doch angesichts eines Weltmarktanteils von rund 0,1 Prozent an der Kaffeeproduktion habe ich Zweifel daran, dass Nespresso ausreichende Mengen Rohkaffee hätte aufkaufen können. Die angepriesene Kaffeerevolution ist laut Pressetext „inspiriert vom kubanischen Lebensstil“. Vermutlich eher vom Lebensstil vor der Revolution.

Dicke Crema beim Nespresso Cubanía | Foto: Redaktion
Dicke Crema beim Nespresso Cubanía | Foto: Redaktion

Bei der Zubereitung mit meiner Nespresso U ist mir bei der Limited Edition Cubanía sofort die überdurchschnittlich üppige Crema aufgefallen. Frisch zubereitet duftet der Kaffee interessant – aber wonach genau? Das ist nicht so leicht zu sagen, erschwerend kommt hinzu, dass der Duft nicht sehr stark ist. Getreide und Geräuchertes kommen mir in den Sinn. Seit ich auf der Nespresso-Website ein Video von einer Verkostung gesehen habe, kann ich außerdem einen leichten Kokosduft identifizieren; in meinen Testnotizen stand vorher nur „schwach süßlich“.

Crema beim Nespresso Cubanía | Foto: Redaktion
Crema beim Nespresso Cubanía | Foto: Redaktion

Ja, ein Video! Ein extra Bereich zur Präsentation neuer Sorten ist bei Nespresso inzwischen fast Standard, aber neben einer grafisch aufwendigen Gestaltung und sorgfältig gewählter musikalischer Untermalung kommen dieses Mal sogar Videos. Seht selbst!

Sehr kräftig – aber gar nicht so bitter

„Kräftige Röstnoten ohne zu starke Bitterkeit“ kündigt Nespresso für die Limited Edition Cubanía an. Stimmt, besonders bitter schmeckt der Kaffee trotz Intensitätsstufe 13 nicht. Schwer, cremig und würzig passen dagegen als Begriffe. Auffällig ist, dass keine Säure zu schmecken ist. Am besten gefällt mir, dass der Kaffee (pur und als Espresso zubereitet) ein wenig wie Räucherware schmeckt: also rauchig und sogar ein wenig salzig. Deshalb wirkt die Getreidenote hier nicht langweilig.

Intensitätsstufe 13 - die neue Messlatte | Foto: Redaktion
Intensitätsstufe 13 – die neue Messlatte | Foto: Redaktion

Abgerundet wird das Geschmackserlebnis durch einen dezent süßlichen Geschmack. Letzterer ist indes so schwach ausgeprägt, dass ich ihn zunächst gar nicht bemerkt hatte. Deshalb kann ich kaum sagen, ob dieser tatsächlich Richtung Kokos geht. Vielleicht. Im Abgang macht einem die Limited Edition Cubanía die Zunge etwas schwer, der weiche, cremig-würzige Eindruck hält sich sehr lange.

Oberseite der Verpackung | Foto: Redaktion
Oberseite der Verpackung | Foto: Redaktion

Mit diesem Geschmacksprofil passt die neue Sorte gut zu „schweren“ Süßigkeiten wie Schokoladenkuchen. Allerdings wäre das Verschwendung, weil die feinen Geschmacksnuancen dabei untergehen würden. Oder: Zu Kuchen, Keksen und Schokolade könnt Ihr billigeren Kaffee trinken.

Fazit

Die Limited Edition Cubanía bietet vielfältige Geschmackseindrücke und ist in puncto Abwechslung eine Bereicherung für Nespresso-Trinker. Fragt aber lieber zweimal nach, bevor Ihr sie Gästen anbietet, denn der sehr intensive, rauchige und allgemein kräftige Geschmack ist nichts für den durchschnittlichen Kaffeekonsumenten. Man muss das mögen und dafür in Stimmung sein.

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