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Geschmackstest: BIO KAFFEE von Tchibo

Neu bei Tchibo ist ein spezieller „BIO KAFFEE“ aus Äthiopien, der nicht nur komplett aus ökologischem Anbau stammt, sondern zusätzlich durch die Rainforest Alliance zertifiziert ist. Ich habe ihn für meinen Geschmackstest auf verschiedene Arten zubereitet.

Für die Transparenz: Der Anbieter hat mir ein halbes Pfund dieses Kaffees für einen unabhängigen Test zur Verfügung gestellt.

Was sagt der Anbieter über den Kaffee?

Nachhaltige Produkte sind bei Tchibo nichts Neues und die im Kaffeebereich typischen Siegel für fairen Handel finden sich auf zahlreichen Kaffeeprodukten des Unternehmens – aber relativ klein. Die Produkte werden über diese Eigenschaften nicht definiert.

Info-Faltblatt neben dem neuen „BIO KAFFEE“ | Foto: Redaktion

Beim neuen „BIO KAFFEE“ ist das anders. Der ist zuallererst ein Bio-Produkt: Zusätzlich zum Siegel der Rainforest Alliance werden das EU-Bio-Siegel sowie das deutsche Bio-Siegel hervorgehoben. Die braun-grüne Verpackung rückt die Bio-Botschaft ganz nach vorn.

Tchibo verweist auf den hohen Anteil von Bio-Kaffee im Anbauland Äthiopien und den Anbau unter Schattenbäumen sowie auf den Verzicht auf chemischen Dünger. Die Bohnen für das neue Produkt stammen hauptsächlich von Kleinbauern-Plantagen in der Provinz Sidamo, wo auf einer Höhe zwischen 1.800 und 2.100 Metern bei gemäßigten Temperaturen sowie ausreichend Schatten und Feuchtigkeit gute Anbaubedingungen herrschen.

Kaffeebohnen der neuen Sorte | Foto: Redaktion

Der „BIO KAFFEE“ ist trommelgeröstet. Auf der hauseigenen Intensitätsskala erhält er drei von sechs Bohnen. In der Disziplin Säure erhält er zwei, bei der Röstung drei von sechs Bohnen. Das Aroma sei „geprägt von Jasminnoten, die zu einem fein-blumigen, aromatischen Geschmack führen“.

Kaffeebohnen im Vollautomaten | Foto: Redaktion

Unser Geschmackstest

Beim Schnuppern an der gerade geöffneten Packung wirkt der „BIO KAFFEE“ sehr frisch. Der Duft erinnert mich etwas an dunkle, süße Trauben.

Elektrische Filterkaffeemaschine

Frisch mit einer elektrischen Filterkaffeemaschine zubereitet duftet der Kaffee nur schwach.

Zubereitung des Kaffees in der Filterkaffeemaschine | Foto: Redaktion

Sein Geschmack ist fein-würzig und etwas fruchtig, ohne säuerlich zu sein. Im Abgang wirkt er leicht süßlich, der Gesamteindruck ist weich und harmonisch, trotz seiner herben Noten. Das fein-mineralische Mundgefühl im Abgang ist sehr schwach ausgeprägt.

Mir ist er aus der Filterkaffeemaschine etwas zu leicht, ich mag Kaffees mit intensivem Geschmack lieber – doch viele Kaffeetrinker sehen das anders. Trotzdem würde ich dieses Produkt eher denjenigen empfehlen, die gerne Neues in ihrer Tasse haben. Eine generelle Vorliebe für Bioprodukte reicht nicht. Der durchschnittliche Kaffeekonsument ist – auch wenn er dann zu billigem Industriekaffee greift – deutlich Stärkeres gewohnt, weshalb der zurückhaltende Geschmack des „BIO KAFFEE“ irritieren könnte.

Frischer Filterkaffee in Glastasse | Foto: Redaktion

Stempelkanne

Aus der French Press gefällt mir der Kaffee deutlich besser; der längere Kontakt des Kaffeemehls mit dem Wasser macht sich positiv wie selten bei einem Test bemerkbar. Schon der Duft ist markant – wenngleich schwer zu beschreiben. Er hat eine feine Schärfe und erinnert mich etwas an Nelken. Angenehm!

Blick von oben in die Stempelkanne | Foto: Redaktion

Die Fruchtnote ist nun ebenfalls besser ausgeprägt. Beim Einsatz der Stempelkanne ist dieser Kaffee aromatisch, mit deutlichen herben Noten, aber ohne ansatzweise bitter zu sein. Der Gesamteindruck bleibt harmonisch-sanft und ausgewogen.

Kaffee wird von der Stempelkanne in die Tasse gegossen | Foto: Redaktion

Vollautomat

Der „BIO KAFFEE“ ist für den Vollautomaten geeignet, wenn ich ihn als Lungo zubereite. Hier (nur hier) erkenne ich sogar die vom Röster in Aussicht gestellten Jasminnoten. Er behält seinen leichten Körper, wobei mir hier nichts fehlt. Er ist aromatisch, sanft, etwas herb.

Zubereitung im Kaffeevollautomaten | Foto: Redaktion

Als Americano zubereitet kann ich ihn ebenfalls empfehlen, er wirkt dann im Vergleich zum Lungo etwas weicher und leichter, dafür auf annehme Art frisch.

Zubereitung des „BIO KAFFEE“ im Vollautomaten | Foto: Redaktion

Preis im Testzeitraum

Tchibo verkauft den hier getesteten Kaffee gemahlen und ungemahlen. 250 Gramm kosten 4,99 Euro.

„BIO KAFFEE“ von Tchibo im Test | Foto: Redaktion | Foto: Redaktion

Fazit

Tchibos neuer „BIO KAFFEE“ ist sanft und leicht – für manche sicher zu leicht. Er eignet sich für die Zubereitung im Vollautomaten. Für die elektrische Filterkaffeemaschine möchte ich ihn nicht empfehlen, aber mit der einfachen Stempelkanne lässt sich ein aromatisches Ergebnis erzielen.

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