Close

Nespresso Atelier von Krups im Test

Du denkst gerade darüber nach, eine Kapselkaffeemaschine mit Milchaufschäumer zu kaufen? Ich habe die Nespresso Atelier sehr intensiv ausprobiert. Was mir gut gefällt und was ich nicht so gut finde, erfährst Du in diesem Testbericht.

Werbung
Werbung

Dieses Review (mit Video) zur Nespresso Atelier basiert auf meinem mehrwöchigen, intensiven Test mit der neuen Kapselkaffeemaschine. Das Besondere an diesem Gerät von Krups ist der integrierte Milchaufschäumer.

Nespresso Atelier von Krups im Test
Dieses Video ansehen auf YouTube.

Es handelt sich um einen ansteckbaren Stab-Milchaufschäumer (Quirl), mit dem die Zubereitung direkt in der Tasse erfolgt. Diese einfache Lösung hat ihren Charme – vor allem weil die Handhabung so unkompliziert und die Reinigung kaum der Rede wert ist. Außerdem ist diese platzsparende Kapselmaschine sehr schlank und sieht dazu noch elegant und hochwertig aus.

Milchaufschäumer nach dem Einsatz über dem fertigen Getränk | Foto: Redaktion

Für die Transparenz: Für meinen unabhängigen Test hat mir der Hersteller ein Gerät und passende Kapseln zur Verfügung gestellt.

Ausstattung und Funktionen

Die Atelier von Krups ist vor allem dann interessant für Dich, wenn Du mit den Nespresso-Kapseln häufig Kaffeegetränke mit Milch zubereiten möchtest – aber keine Lust hast, anschließend einen separaten Aufschäumer oder einen ansteckbaren Milchtank zu reinigen und jedes Mal ein Spülprogramm laufen zu lassen.

Bedienfeld der Kaffeemaschine | Foto: Redaktion

Mit seinen neun Zubereitungstasten für Lungo, Espresso, Ristretto, Latte macchiato, Cappuccino, heißen Schaum, kalten Schaum, Iced Frappé und Mocha hält sich die Funktionsvielfalt des Modells Atelier in Grenzen. Im Vergleich mit den meisten anderen Geräten für Nespresso-Kapseln kann dieses Gerät von Krups allerdings viel.

Frisch zubereiteter Lungo aus des Nespresso Atelier von Krups in Glastasse | Foto: Redaktion

Im Alltag kommt es den meisten Kaffeetrinkern darauf an, dass sie ihren Kaffee schnell und mit wenig Aufwand zubereiten können – gerade das spricht ja grundsätzlich für den Kauf einer Kapselkaffeemaschine. Störend ist insofern, wenn die Zubereitung von Milchschaum nicht nur extra Zeit kostet, sondern stets etwas Aufwand für die Reinigung getrieben werden muss. Kein Wunder also, wenn viele die Milch lieber direkt aus der Tüte in ihre Tasse kippen, anstatt sich einen Cappuccino oder Latte macchiato zuzubereiten.

Man sieht dem Milchaufschäumer nicht an, wie nützlich er ist | Foto: Redaktion

Hier kann die Nespresso Atelier Punkte machen: Der Stabaufschäumer wird vorne am Gerät eingesteckt – und schon kann es losgehen! Im Anschluss an die Zubereitung zieht man ihn einfach heraus und spült ihn kurz ab. Dann kommt er entweder zur sicheren Aufbewahrung in seine Halterung hinter dem Wassertank oder wartet vorne betriebsbereit auf seinen nächsten Einsatz.

Im Gegensatz zu klassischen Aufschäumdüsen, deren Bedienung gar nicht so einfach ist, muss die Verwendung dieses Quirls nicht geübt werden. Solange man nicht zu viel Milch ins Glas gibt, bleibt der ganze Vorgang zudem eine saubere Sache. Um so geringer ist der Aufwand im Alltag! Ich war beim Testen manchmal etwas zu großzügig mit der Milch.

Zudem ermöglicht der Stab-Milchaufschäumer nicht bloß die Zubereitung heißer Milchkaffeegetränke – kalte Milchkaffeegetränke gelingen damit ebenfalls – egal ob man Kuhmilch verwendet oder pflanzliche Alternativen mit Soja, Reis, Mandeln o. ä.

Design und Verarbeitung

Wer wenig Platz in der Küche oder im Büro hat, legt bei der Wahl seiner Kaffeemaschine in der Regel wert auf ein schlankes Gehäuse – knapp wird es meistens ja in der Breite. Mit ihren 11,9 cm ist die Nespresso Atelier schön schlank und mit 27,9 cm in der Höhe braucht sie auch nach oben hin vergleichsweise wenig Platz – was auch mit dem erstaunlich kurzen Hebel, mit dem man die Kapsel vor dem Brühvorgang in Position bringt und anschließend in den Auffangbehälter fallen lässt, zu tun hat. Da dieser kurze Hebel etwas schwergängig ist, hab ich mitunter mit der zweiten Hand die Maschine festgehalten. Ein kleiner Minuspunkt ist das schon.

Blick schräg von oben: Der Hebel ist ziemlich kurz | Foto: Redaktion

Was der Kaffeemaschine an Höhe und Breite „fehlt“, muss sie wenigstens teilweise mit ihrer Länge von 43,4 cm wettmachen.

Die Nespresso Atelier von Krups von oben | Foto: Redaktion

Der 1 Liter fassende Wassertank sitzt am hinteren Ende des Geräts. Das ist nicht ideal, wenn man den Tankdeckel abnehmen und Wasser direkt nachfüllen möchte. Der Tank lässt sich dafür sehr einfach abnehmen und einsetzen; ich bevorzuge generell das Befüllen des Wassertanks am Hahn. Aufgrund der Platzierung des Wassertanks sollte dieser Bereich im Alltag gut zugänglich sein. Diesen Aspekt solltest Du bei Deiner Kaufentscheidung berücksichtigen.

Wassertank der Nespresso Atelier | Foto: Redaktion

Mein Testgerät wirkt rundum gut verarbeitet. Mit den Rezepttasten (Starttasten) an der Oberseite bin ich aus einem anderen Grund nicht ganz zufrieden: Zum Auslösen berührt man die Tasten nur ganz leicht. Klar, das ist modern, wirkt edel und beugt zudem der Abnutzung einer ansonsten benötigten Mechanik vor. Nicht immer erkennt die Maschine meinen Wunsch bei der ersten Berührung, manchmal wird der Vorgang direkt wieder pausiert, weil die Maschine von einem zweiten Tastendruck ausgeht. Schnell, schnell funktioniert nicht, man muss jede Aktion mit Bedacht ausführen.

Im Testzeitraum war die Nespresso Atelier anscheinend ausschließlich in Schwarz erhältlich. Auf der Nespresso-Website wird keine Gerätenummer genannt, beim Hersteller Krups wird groß die Bezeichnung XN890 gezeigt, kleiner ist die Artikelnummer XN8908.20 zu sehen. Onlineshops verwenden meist die Bezeichnung KRUPS XN8908. Das wird einmal mehr Sinn ergeben, falls später weitere Varianten der Nespresso Atelier auf den Markt kommen. Vermute ich mal.

Bedienung und Nutzerfreundlichkeit

Die Bedienung ist zwar einfach, aber wie manche Funktionen genutzt werden, muss man in der Anleitung nachlesen. Die Texte in der Anleitung sind im Großen und Ganzen zwar gut verständlich und die Abbildungen sind gelungen. Aber die Buchstaben sind dermaßen klein und dünn, dass das Lesen in der Anleitung eine Zumutung ist.

Deshalb ist das für mich die schlechteste Anleitung, die ich bei einer Kaffeemaschine bisher gesehen habe. Zu allem Überfluss haben sich bei mir die ersten Seiten bereits gelöst. Die Qualität der Anleitung steht in krassem Widerspruch zur Qualität der Kaffeemaschine selbst.

Was für die Zubereitung der verschiedenen Getränkearten zu tun ist, wird in Bilderstrecken auf einem extra Blatt gut nachvollziehbar gezeigt. Immerhin!

Reinigung und Wartung

Ein Lob verdienen die Designer für die Entscheidung, die Zahl der glänzenden Kunststoffflächen gering zu halten. Die meisten Kapselmaschinen haben glänzende Kunststoffgehäuse, auf denen man nicht bloß Fingerabdrücke und Reste von Flüssigkeiten extrem gut sieht; diese glänzenden Flächen sind meistens außerdem für kleine Kratzer anfällig.

Bei der Nespresso Atelier von Krups gibt es weniger glänzende Flächen als das bei solchen Kapselkaffeemaschinen üblich ist | Foto: Redaktion

Da ich seit Testbeginn Mikrofasertücher zum Abwischen der Atelier verwende, stellen Kratzer bei meinem Gerät bislang kein Problem dar. Angenehm überrascht hat mich, dass auf den vorhandenen glänzenden Flächen (die ganze Oberseite glänzt) Fingerabdrücke kaum auffallen. Das ist ein großes Plus.

Was sonst noch wichtig ist

Aus dem Feedback zu meinen bisherigen Kapselmaschinen-Tests weiß ich, dass vielen Kaffeetrinkern ein moderates Betriebsgeräusch wichtig ist. Die Unterschiede in diesem Bereich sind beträchtlich.

Die Nespresso Atelier glänzt insoweit durch die sehr leise Zubereitung. Das gilt auch bei Verwendung des Milchaufschäumers. Die praktische Zubereitung direkt im Glas vollzieht sich ohne laute Geräusche. Geräte mit ansteckbarem Milchtank erinnern in dieser Hinsicht häufig an eine anfahrende Dampflock.

Verbrauchte Kapseln sollte man zwar nie lange in der Maschine lassen. Trotzdem find ich es gut, das der Behälter im Inneren Platz für vergleichsweise viele Kapseln bietet. Dazu passt, dass bei einem Brühvorgang recht wenig Flüssigkeit in die Topfschale läuft.

Da Nespresso inzwischen auch Maschinen mit seinem neuen Vertuo-System anbietet (zu meinem Test der Vertuo Plus), möchte ich noch darauf hinweisen, dass es sich bei dem hier getesteten Gerät um eines für das Original-Nespresso-System (mit den kleinen Kapseln) handelt.

Espressomaschine Nespresso Atelier von Krups | Foto: Redaktion

Preis im Testzeitraum

Zum Testzeitpunkt kostete die Maschine im Nespresso-Onlineshop 329 Euro. Bei anderen Onlineshops war sie für etwas weniger als 300 Euro erhältlich. Bei einem Preisvergleich sollte berücksichtigt werden, dass bei manchen Angeboten deutlich mehr Kapseln als in der zugehörigen kleinen Testpackung dabei sind.

Fazit zum Test dieser Kapselkaffeemaschine

Wenn Du bereit bist, einiges mehr als das Minimum für eine Nespresso-Maschine auszugeben, kann ich Dir dieses Gerät von Krups empfehlen. Der Aufpreis im Vergleich zu einem Einsteigermodell lohnt sich.

Obwohl die meisten sichtbaren Teile aus Kunststoff sind, sieht die Nespresso Atelier hochwertig und elegant aus. Das Aufschäumen der Milch mit dem Quirl direkt in der Tasse wirkte auf mich vor meinem Test wie eine preiswerte Notlösung, von der ich nicht erwartet hatte, dass sie eine Lösung mit ansteckbarem Milchtank ersetzen könnte.

Da hab ich mich getäuscht, das weiß ich jetzt besser. Der angenehm leicht ein- und aussteckbare Stabmixer ist so praktisch wie unscheinbar. Nach der Zubereitung muss ich ihn nur kurz unter fließendem Wasser abspülen – mehr Reinigungsaufwand hab ich erst einmal nicht. Und wie Du inzwischen sicher schon gemerkt hast: Der Schaum kann sich sehen lassen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu

Hinterlasse einen Kommentar
scroll to top