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Amabala Yasuma Zambia: Geschmackstest Rarität Nr. 3 in 2021 von Tchibo

Mit der dritten Rarität im Jahr 2021 sorgt Tchibo für das seltene Vergnügen, Kaffee aus Sambia zu genießen. Mit seinem besonderen Geschmacksprofil sorgt der Amabala Yasuma Zambia für Abwechslung, doch für den durchschnittlichen Kaffeetrinker würde ich diese Sorte nicht empfehlen.

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Dank der vielen Hochebenen und einem milden, tropischen Klima herrschen in Sambia gute Bedingungen für den Kaffeeanbau. Das Land im südlichen Afrika zählt nicht zu den großen Kaffeeexporteuren und der Anbau dort gewann erst in den 80ern eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung.

Optisch ansprechend: Amabala Yasuma Zambia in Glastasse | Foto: Redaktion

Die Mehrheit der Kaffeekonsumenten hat jedoch wahrscheinlich noch nie einen Kaffee aus Sambia in der Tasse gehabt. Das lässt sich jetzt mit Tchibos Rarität Nr. 3/2021 nachholen.

500-Gramm-Packung der Rarität Nr. 3 in 2021 | Foto: Redaktion

Für die Transparenz: Der Anbieter hat mir eine Packung mit ganzen Bohnen für meinen unabhängigen Test zur Verfügung gestellt.

Was sagt der Anbieter über den Kaffee?

Die Bohnen für die Rarität Amabala Yasuma Zambia stammen von der Farm Kateshi Estate, die eine der ersten des Landes war und inzwischen für die Stärkung der Frauenbewegung bekannt ist. Kateshi Estate liegt im Norden des Landes auf einer Höhe zwischen 1.350 Metern und 1.500 Metern.

Blick in die frisch geöffnete Packung Amabala Yasuma Zambia | Foto: Redaktion

Laut Tchibo wird der Kaffee der Varietät Catimor per Hand gepflückt, nach der Ernste gewaschen und sonnengetrocknet. Den Geschmack beschreibt der Anbieter als komplex mit Noten von Karamell, Nougat, Kokosnuss und Granatapfel.

Frisch geöffnete Packung Amabala Yasuma Zambia | Foto: Redaktion

Auf der hauseigenen Intensitätsskala von Tchibo erhält der Amabala Yasuma Zambia 4 von 6 Bohnen. Im Bereich Säure sind es 3 von 6 Bohnen, beim Körper 5 von 6 Bohnen und beim Röstgrad 3 drei 6 Bohnen. Das Aromarad zeigt einen Schwerpunkt bei süßen Eindrücken.

Geschmacksprofil laut Hersteller | Foto: Redaktion

Unser Geschmackstest

Duft
Beim Schnuppern an der frisch geöffneten Packung bemerke ich neben fruchtig-beerigen Eindrücken süße Noten, die an Karamell und Nougat erinnern. Der Duft ist angenehm intensiv.

Beim heißen Getränk bemerke ich einen fruchtigen Duft, den ich schwer einordnen kann. Das könnte mit den vom Hersteller in Aussicht gestellten Noten von Granatapfel zu tun haben. Nachdem ich den Text auf der Verpackung gelesen habe, kann ich mich sogar dazu durchringen, eine schwache Präsenz von Kokos zu bemerken. Darunter mischt sich eine leicht herbe Note.

Geschmack
Als Lungo aus dem Vollautomaten ist Amabala Yasuma Zambia sehr fruchtig und deutlich herb. Dabei sind die fruchtigen Anteile sowohl süßlich als auch säuerlich. Die süßlichen Eindrücke überwiegen jedoch insgesamt, weil sich nach einem Moment auch die Karamell- und Nougatnoten bemerkbar machen. Der Kaffee wirkt weich.

Amabala Yasuma Zambia in einer Glastasse | Foto: Redaktion

Erst im Nachklang erscheint eine leicht scharfe Note von Röstaromen. Einige Minuten später wandelt sich der (wirklich bemerkenswert lange anhaltende) Nachgeschmack und die Karamell- und Kokosnoten sind wieder wahrnehmbar.

Ich empfehle, den Amabala Yasuma Zambia als Lungo vor dem Trinken etwas abkühlen zu lassen, da der Kaffee dann geschmacklich ausgewogener wirkt.

Zubereitung als Espresso | Foto: Redaktion

Für die Zubereitung als Espresso kann ich diese Rarität nicht empfehlen, denn sowohl die säuerlichen als auch die herben Noten geraten dabei deutlich zu stark.

Eine Zubereitung mit der elektrischen Filterkaffeemaschine kann ich für die Rarität 3/2021 empfehlen, aber ich rate dazu, nicht zu sparsam mit dem Kaffeemehl umzugehen, sondern lieber etwas mehr als gewohnt zu verwenden. Anderenfalls wirkt der Kaffee etwas zu dünn, jedenfalls für meinen Geschmack. Gegenüber dem Lungo aus dem Vollautomaten ist der Filterkaffee sehr viel weniger fruchtig/säuerlich, aber eben auch auch weniger intensiv im Geschmack.

Dampfender Kaffee direkt nach der Zubereitung | Foto: Redaktion

Die fruchtigen Noten sind weiterhin vorhanden, aber in dieser gemäßigten Form werden sie auf mehr Zustimmung stoßen. Die herben Noten passen sehr gut dazu. Ich vermisse jedoch die süßen Eindrücke, die ich beim Lungo aus dem Vollautomaten schmecken konnte. Davon ist beim Getränk aus der elektrischen Filterkaffeemaschine kaum etwas zu bemerken.

Grob gemahlener Kaffee in der Stempelkanne | Foto: Redaktion

Bereits der stärkere (herb-fruchtige und würzige) Duft lässt erahnen, dass dieser Kaffee bei Zubereitung mittels Stempelkanne geschmacklich mehr zu bieten hat als der Kaffee aus der elektrischen Filterkaffeemaschine. Er schmeckt aromatischer, signifikant intensiver. Allerdings sollte man so stark ausgeprägte fruchtig-herbe Aromen mögen. Der Geschmack ist halt doch ein völlig anderer als von Standard-Supermarktkaffee. Letzteres gilt natürlich nicht nur bei Zubereitung mit der Stempelkanne, doch durch die Intensität der Eindrücke macht sich das sehr deutlich bemerkbar.

Kaffee aus Stempelkanne wird in eine Glastasse gegossen | Foto: Redaktion

Preis im Testzeitraum

Käufer von Tchibos Raritäten sind es gewohnt, mehr als für typische Supermarktmischungen auszugeben. Der Preis von 13,98 Euro pro Pfund liegt allerdings signifikant über dem durchschnittlichen Preis bei dieser Produktlinie. Zum Teil könnte dies den gestiegenen Weltmarktpreisen geschuldet sein, die Tchibo kürzlich zum Anlass nahm, die Preise zahlreicher Kaffeeprodukte zu erhöhen. Ich bin gespannt, welche Preise der Anbieter bei den nächsten Raritäten aufrufen wird.

Auf den Verpackungen von Tchibos Rarität Nr. 3/2021 ist das Siegel der Rainforest Alliance zu finden.

Siegel der Rainforest Alliance auf der Verpackung | Foto: Redaktion

Fazit

Der Amabala Yasuma Zambia ist kein Kaffee, der den durchschnittlichen Kaffeetrinker vom ersten Schluck her begeistert. Dafür weicht er zu sehr vom „Standardgeschmack“ günstiger Mischungen ab. Meiner Erfahrung nach sind es gerade die von mir so geschätzten fruchtigen Noten, die irritieren – vor allem, wenn man nicht damit rechnet bzw. sich darauf nicht freut.

In den letzten Jahren habe ich so gut wie jede Rarität von Tchibo gekostet. Die meisten gefallen mir sehr gut. Bei einem Vergleich hängt die Messlatte entsprechend hoch. Obwohl ich sie – gerade bei Zubereitung mit der Stempelkanne – mit Genuss trinke, würde die Rarität Amabala Yasuma Zambia in einem Ranking aller schon gekosteten Raritäten einen der hinteren Plätze einnehmen. Sie punktet immerhin mit einem besonders eigenständigen und komplexen Geschmacksprofil.

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