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Black & White von Tchibo im neuen Geschmackstest – Kapseln, Pads und ganze Bohnen

Anfangs nur gemahlen und als Kapseln erhältlich umfasst das reguläre “Black & White”-Sortiment inzwischen auch ganze Bohnen und Pads. Ich habe sämtliche Varianten mit und ohne Milch gekostet.

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Vor fast acht Jahren habe ich die Tchibo-Marke “FOR BLACK ´N WHITE” in einem doppelten Geschmackstest vorgestellt. Diesmal ist es mindestens ein dreifacher Test, weil es die Kaffeemischung inzwischen in mehr Angebotsvarianten bzw. für mehr Zubereitungsarten gibt.

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Mehr Informationen

Die vergrößerte Auswahl und eine Rezepturanpassung bilden gemeinsam den Grund für meinen neuen Geschmackstest.

Für die Transparenz: Für meinen unabhängigen Test hat mir der der Anbieter eine Packung mit ganzen Bohnen zur Verfügung gestellt. Die Kapseln und Pads habe ich selbst gekauft.

1-Kilogramm-Packung mit ganzen Bohnen | Foto: Redaktion

Was sagt der Anbieter über den Kaffee?

Der Hersteller positioniert den “Black & White” als Allrounder für alle möglichen Zubereitungsarten und preist ihn als idealen Begleiter für alle Lebenslagen an: “morgens, mittags, abends, allein, mit Freunden, zubereitet im Vollautomaten oder im Filter, schwarz oder für alle Milchvarianten”.

Neben dem starken Geschmack, der von Anfang an das Markenzeichen dieser Produktlinie war, betont Tchibo seit 2021 eine Kombi aus Nachhaltigkeit und Transparenz. Anfang 2021 stellte Tchibo seine Innovationsinitiative “Truemorrow” vor und testet das Konzept seitdem mit “Black & White”-Produkten. Mehr dazu unten im Abschnitt zu Truemorrow.

Zubereitungshinweise auf der Rückseite der Verpackung | Foto: Redaktion

Unser Geschmackstest

Duft

Intensiv, leicht rauchig und dabei süßlich – das ist mein Eindruck beim Schnuppern an der frisch geöffneten Packung mit ganzen Bohnen. Gefällt mir ausgesprochen gut!

Bereit zum Schnuppern an den ganzen Bohnen | Foto: Redaktion

Beim zubereiteten Kaffee wirkt der Duft vom Lungo aus dem Vollautomaten süß: Meine erste Assoziation war Puderzucker, aber Marzipan passt noch besser, weil eine Mandelnote dabei ist. Weniger präsent ist eine schwach-würzige Note, die ich erst etwas später bemerkt habe.

Der Duft aus der Siebstempelkanne ist schwächer, sanfter; die Süße im Duft ist auch hier deutlich zu erkennen. Sie geht mehr in Richtung Puderzucker und Vanille. An Marzipan denke ich beim Stempelkannenkaffee nicht.

Der Kaffee aus der elektrischen Filterkaffeemaschine hat einen sanften, aber recht intensiven zuckrig-süßen Geruch, der mich wieder an Puderzucker erinnert.

Im Vergleich wirkt der Geruch beim Kaffee aus dem Espresso-Kocher intensiver. Es ist ein sanft-süßlicher Duft wie bei frischem Kuchen aus dem Ofen.

Der Kaffee aus den Pads und den Cafissimo-Kapseln riecht ebenfalls süßlich und würzig, doch es gibt einen gemeinsamen Unterschied: Der Kaffee aus Pads und Kapseln verströmt einen Nelkenduft, den ich bei den anderen Varianten nicht bemerkt habe.

Geschmack

Alle Produktvarianten in diesem Test habe ich sowohl pur als auch mit Milch gekostet.

Kaffeebohnen der Marke “Black & White” im Vorratsbehälter des Vollautomaten | Foto: Redaktion

Lungo aus dem Vollautomaten

Die beim Schnuppern so intensive Süße erkenne ich beim Kosten wieder. Natürlich ist die Süße hier nicht so präsent. Es dominieren die Röstnoten, die zwar einerseits einen ansprechenden leicht verbrannten Geschmackseindruck bewirken, andererseits im Abgang vergleichsweise schwach sind.

Lungo-Zubereitung mit dem Vollautomaten des Typs “Esperto Pro” | Foto: Redaktion

Würzige Noten und ein Kakaogeschmack schieben sich dann in den Vordergrund. Etwas später gewinnt die Süße an Intensität, wobei ich dann weniger an Marzipan als an Toffee denken muss. Zudem bemerke ich ein sympathisches leichtes Brennen auf der Zunge. Wiederum etwas später ist ein sehr feines mineralisches Mundgefühl zu spüren.

Schöne Crema beim Lungo aus dem Vollautomaten | Foto: Redaktion

Mir schmeckt der “Black & White” als Lungo aus dem Kaffeevollautomaten pur sehr gut. Für manche ganz sicher ein Plus: Säure bemerke ich hier nicht. Das kann auch ein Plus sein im Hinblick auf die Zubereitung mit Milch.

Lungo mit viel Milch in Glastasse | Foto: Redaktion

Der Kaffee ist deutlich zu schmecken, selbst wenn man beim Hinzufügen von Milch großzügig ist. Das gilt auch für die süßen Noten, die hier sehr gut zum cremigen Eindruck passen. Der “Black & White” verträgt nicht nur einen Hauch von Milch zur Abrundung, sondern ist der richtige Kaffee, um ihn mit viel Milch zu trinken.

Espresso

Im Gegensatz zu einem verlängerten Espresso bemerke ich bei einem “normalen” Espresso auch Säure. Den meisten dürfte das zu viel sein. Ich finde ich es im Kontrast zu den schokoladigen und würzigen Noten durchaus reizvoll.

Zubereitung als Espresso | Foto: Redaktion

Stempelkanne pur

Die Zubereitung mit der Stempelkanne verspricht aufgrund der langen Kontaktzeit einen besonders intensiven Geschmack. Im Test zeigte sich der “Black & White” hier allerdings weniger intensiv als erwartet. Mit dem Vollautomaten-Lungo kann er insoweit nicht mithalten.

Zubereitung des “Black & White” in der Stempelkanne | Foto: Redaktion

Anfangs ist er eher mild-würzig, die süßen Eindrücke sind relativ schwach, werden im Laufe der Zeit stärker. Nach einer Weile sind sie sehr deutlich ausgeprägt und stehen dann in einem reizvollen Kontrast zu toastartigen Röstnoten. Die Kakaonoten sind zwischendurch ebenfalls deutlich ausgeprägt und etwas süßlich.

Das mineralische Mundgefühl im Abgang ist weit stärker als beim Vollautomaten-Lungo. Der angenehme raue Eindruck hält sich lange.

Zubereitung in der Stempelkanne | Foto: Redaktion

Einen guten Eindruck macht er mit Milch. Im Vergleich zum Lungo aus dem Vollautomaten wirkt der Kaffee aus der Stempelkanne bei Hinzugabe von Milch weicher.

Gut gefällt mir der cremig-nussige Eindruck. Von der Süße des Kaffees ist noch ein wenig zu schmecken, wenn ich mich darauf konzentriere. Auch den Stempelkannen-Kaffee kannst Du beim “Black & White” mit einem großen Schuss Milch ergänzen und es bleibt immer noch viel Kaffeegeschmack übrig. Im Nachklang legen der nussige Eindruck und auch die Süße an Intensität zu.

Kaffee aus der Stempelkanne mit Milch | Foto: Redaktion

Elektrische Filterkaffeemaschine

Als klassischer Filterkaffee ist der “Black & White” sanft, aber relativ kräftig: würzig, süß. Nach ein oder zwei Augenblicken kommen die Röstaromen durch: erst nur scharf, dann auch etwas verbrannt, was mir in diesem Fall gut gefällt.

Glastasse mit “Black & White” als klassischer Filterkaffee | Foto: Redaktion

Im Gegensatz zum Lungo nehme ich beim Kaffee aus der elektrischen Filterkaffeemaschine eine leichte Säure wahr. Erwähnenswert ist außerdem ein auffallend weiches Mundgefühl. Bei der Zubereitung mit Milch ist der Filterkaffee etwas sanfter als der Lungo,

Die für diesen Geschmackstest verwendete Kaffeemaschine ist übrigens die “Let’s Brew” von Tchibo. Das Gerät habe ich vor Kurzem in einem Testbericht vorgestellt.

Espresso-Kocher

Schön aromatisch und intensiv, vollmundig – das beschreibt den Kaffee aus dem Espresso-Kocher. Der Eindruck ist weniger würzig als beim Filterkaffee, dafür süßlicher, schokoladiger und mit stärkeren Fruchtnoten.

Die Kakaonoten sind bereits früh deutlich zu schmecken. Im Abgang wird es deutlich süßer, mich erinnert das an Zartbitterschokolade. Dazu passt sehr schön ein leichtes Brennen an Zungenspitze. Im Vergleich zu den anderen Zubereitungsarten ist der leicht verbrannte Geschmack im Nachklang hier noch schwächer ausgeprägt.

Cafissimo-Kapseln der Marke “Black & White” | Foto: Redaktion

Cafissimo-Kapseln

In Kapselform gibt es den “Black & White” von Anfang an. Ich mag die etwas verbrannt schmeckenden Röstnoten, die den “Black & White” zum idealen Begleiter von Kuchen, Keksen und Schokoladen machen. Seine eigenen süßen Noten kommen vor allem im Nachklang zur Geltung.

Cafissimo-Kapsel der Sorte “Black & White” | Foto: Redaktion

Der “Black & White” aus den Cafissimo-Kapseln ist besonders intensiv und würzig. Wenn ich mich darauf einlasse, sind feinere Eindrücke zu erkennen, die ich als blumig einordne.

Deutlicher sind die Kakaonoten ausgeprägt. Sie sind beim Filterkaffee aus den Cafissimo-Kapseln allerdings schwächer als beim Kaffee aus dem Espresso-Kocher und dem Vollautomaten-Lungo. Außerdem wirken die Kakaonoten deutlich weniger schokoladig-süß. Im Abgang bemerke ich ein fein-mineralisches Mundgefühl.

Zubereitung des “Black & White” mit der Cafissimo Milk | Foto: Redaktion

Sollte Dir der Kaffee zu stark sein, kannst Du einfach mehr Wasser für die Zubereitung verwenden. Hier zeigt sich wieder mal, wie “geschmacksstark” Cafissimo-Kapseln sind. Deshalb eignen sich diese Kapseln auch so gut für die Zubereitung mit Milch.

Anstelle einer normalen Tassenportion kannst Du mit einer Kapsel auch genug Kaffee für einen kleinen Becher zubereiten, ohne dass das Ergebnis ernsthaft zu dünn ausfallen würde.

Packung mit “Black & White”-Kaffeepads im neuen Design mit “Truemorrow”-Kennzeichnung | Foto: Redaktion

Pads für Senseo-Maschinen

Mit einer Pad-Maschine zubereitet schmeckt der “Black & White” zwar würziger als der Lungo aus dem Vollautomaten. Er wirkt allerdings etwas dünner als bei den anderen Zubereitungsarten. Alles andere wäre auch eine Überraschung.

Zubereitung des “Black & White” mit einer Kaffeepadmaschine | Foto: Redaktion

Trotzdem: Für einen Kaffee aus einer Pad-Maschine ist der “Black & White” ziemlich aromatisch und kräftig. Deshalb eignet er sich gut für die Zubereitung mit Milch, aber: Ich empfehle, hier nicht ganz so viel Milch zu verwenden, damit vom Kaffeegeschmack genug erhalten bleibt.

Was sonst noch wichtig ist

Falls Du Dich gewundert hast, dass ich manchmal nur “Black & White” und manchmal “FOR BLACK ´N WHITE” sage: Tchibo hat vor noch nicht langer Zeit den Namen vereinfacht. Das wurde auch Zeit, das war ein guter Schritt, weil der alte Name unnötig umständlich war. Auf manchen Verpackungen ist aktuell noch die alte Schreibweise zu sehen, das gilt auch für die Fotos und das Video zu diesem Test.

Da der Nachhaltigkeitsaspekt beim “Black & White” inzwischen so betont wird, hab ich bei Tchibo nachgefragt, ob der Kaffee früher aus anderen Anbaugebieten stammte. In der Antwort vom Hersteller hieß es, dass eine “Rezepturanpassung” stattgefunden habe und “Black & White” nun aus kräftigen Arabica- und Robusta-Bohnen besteht, die “extra-schonend” langzeitgeröstet würden. Der Geschmack sei aber nicht verändert worden.

Was ist Truemorrow?

In Zusammenarbeit mit Enveritas, einer unabhängigen Organisation, beantwortet Truemorrow eine Vielzahl von Fragen zur Nachhaltigkeit der entsprechend gekennzeichneten “Black & White”-Produkte.

Deutlicher Hinweis auf “Truemorrow” auf der Packung mit den Kaffeepads | Foto: Redaktion

Der Rohkaffee für “Black & White” stammt aus Brasilien und Vietnam. Dort untersucht Enveritas, ob die Kaffeeanbau-Praktiken umweltfreundlich sind und ob die Arbeiter fair bezahlt werden. Zum Beispiel wird geprüft, wie sorgfältig mit den Ressourcen umgegangen wird.

Die Kaffeefarmer stehen vor der Herausforderung, ihre Erträge zu sichern und gleichzeitig Mensch und Umwelt zu schonen, indem sie so wenig wie möglich künstliche Düngemittel und Pestizide verwenden. Gemeinsam mit anderen Kaffeeunternehmen und wissenschaftlichen Organisationen gibt es Hilfestellung, die geeignete Menge zum optimalen Zeitpunkt anzuwenden, je nach Region, Saison und Klima. Außerdem wird für Schutzausrüstung gesorgt und werden Schulungen zur richtigen Anwendung sowie zur Lagerung und fachgerechten Entsorgung der Behältnisse gegeben.

Produktvarianten der Marke “Black & White” | Pressebild von Tchibo (via E-Mail)

Die Idee hinter Truemorrow ist: Wer mehr weiß, versteht mehr und kann gezielt Veränderungen herbeiführen. Diese faktenbasierte, pragmatische Herangehensweise gefällt mir, denn der allgemeine Trend, dass sich inzwischen fast jede große Marke als umweltbewusst und verantwortungsbewusst inszeniert, weil es dem Zeitgeist entspricht, finde ich ausgesprochen unsympathisch. Außerdem wird solches Greenwashing nicht den Herausforderungen gerecht, vor denen die Menschheit steht.

Falls Du mehr über Truemorrow wissen möchtest, findest Du eine Menge Infos dazu auf der Nachhaltigkeits-Website von Tchibo:

https://www.tchibo-nachhaltigkeit.de/de/truemorrow

Das Truemorrow-Label gilt derzeit für alle “Black & White”-Produkte, ausgenommen Cafissimo-Kapseln und Coldbrews.

Cafissimo-Kapsel des “Black & White” | Foto: Redaktion

Fazit

Zur Markteinführung im Jahr 2015 gefiel mit das Produkt “in Weiß” deutlich besser als “in Schwarz”. Inzwischen trinke ich die “Black & White”-Kaffees gerne pur, wenn ich auf besonders kräftigen Geschmack aus bin.

Obwohl kräftiger Geschmack für alle Produktvarianten eine zutreffende Einordnung ist, lautet meine Empfehlung: Wenn Du die Wahl zwischen den Pads und den Kapseln für eine Cafissimo-Maschine hast, rate ich vom geschmacklichen Standpunkt aus ganz klar zu den Kapseln. Dafür haben die Pads beim Preis die Nase vorn.

Davon abgesehen sind die ganzen Bohnen mein Favorit, ganz besonders für einen Lungo aus dem Vollautomaten oder aus dem Espresso-Kocher.

Blogger: Neben diesem Kaffeeblog hier geht es auf oliverspringer.com um Mindset und Tools für mehr Produktivität. YouTuber: Reviews aus meinem Kaffeeblog. Radiomacher: Gemeinsam mit einem Kollegen aus meiner Zeit bei JAM FM habe ich 2018 PELI ONE entwickelt - mit Hip-Hop, Soul und ganz viel R&B. Lofi-Hip-Hop bei METAMA: Produktion von Lofi-Hip-Hop zum Entspannen und konzentrierten Arbeiten inkl. 24/7-Livestream METAMA LOUNGE auf YouTube. K-Pop-Fan. Serien-Fan.

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